Der Begriff „Evangelium“ stammt vom griechischen Wort für „gute Nachricht“. Die Geschichte von Jesu Leben, Tod und Auferstehung ist eine gute Nachricht, weil sie Gottes Plan zur Erlösung der Menschheit durch das Opfer seines Sohnes offenbart. Diese Studie untersucht, warum das Kreuz so zentral für das Evangelium ist, wie es Gottes ewigen Plan erfüllt und welche transformative Kraft es in unserem Leben hat.
Das Evangelium ist nicht bloß eine Geschichte, sondern die Kraft Gottes selbst, die Gläubigen zu retten. A. Erlösung allein durch den Glauben
Die Gerechtigkeit Gottes wird durch den Glauben an Jesus Christus offenbart, nicht durch menschliche Anstrengung.
Römer 1,16-17: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; es ist ja eine Kraft Gottes zur Rettung für jeden, der glaubt… Denn im Evangelium wird die Gerechtigkeit Gottes offenbart, eine Gerechtigkeit, die aus Glauben kommt vom Anfang bis zum Ende.“
Zusätzlicher Vers: Römer 3,22-24 - „Diese Gerechtigkeit wird durch den Glauben an Jesus Christus allen zuteil, die glauben … und alle werden ohne Verdienst aus seiner Gnade gerechtfertigt durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.“ Dies unterstreicht, dass die Erlösung ein Geschenk ist, das man durch Glauben empfängt und nicht durch Werke verdient.
B. Die Kernaussagen des Evangeliums
Das Evangelium konzentriert sich auf drei historische Ereignisse: Jesu Tod, seine Grablegung und seine Auferstehung.
1. Korinther 15,1-5: „Brüder und Schwestern, ich erinnere euch an das Evangelium, das ich euch verkündet habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, wie es in der Schrift steht; er wurde begraben; er ist am dritten Tag auferstanden, wie es in der Schrift steht; und er erschien Kephas und dann den Zwölf.“ Diese Ereignisse bilden das Fundament unserer Hoffnung und beweisen Jesu Sieg über Sünde und Tod.
Das Kreuz war keine Reaktion auf die Sünde der Menschen, sondern von Anfang an Teil von Gottes Erlösungsplan. A. Jesus, das auserwählte Lamm
Jesus war vorherbestimmt als das Opferlamm zur Erlösung der Menschheit.
1 Petrus 1,18-21: „Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen erlöst worden seid, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel. Er war auserwählt vor der Erschaffung der Welt, aber erst in diesen letzten Zeiten um euretwillen offenbart worden.“
Zusätzlicher Vers: Offenbarung 13,8 - „Das Lamm, das von Anbeginn der Welt geschlachtet wurde.“ Dies bestätigt, dass Gottes Erlösungsplan vor Anbeginn der Zeit festgelegt wurde.
B. Hoffnung durch die Auferstehung
Die Auferstehung Jesu bestätigt unseren Glauben und gibt uns Hoffnung auf das ewige Leben.
1 Petrus 1,3 - „In seiner großen Barmherzigkeit hat er uns durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten zu einem neuen Leben und einer lebendigen Hoffnung wiedergeboren.“ Die Auferstehung versichert uns, dass Jesu Opfer von Gott angenommen wurde und unsere Zukunft sichert.
Jesu Opfer begann lange vor dem Kreuz und demonstrierte seine Bereitschaft, göttliche Privilegien um unseretwillen aufzugeben.
Philipper 2,5-8: „Christus Jesus, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich wurde. Und in seiner Erscheinung als Mensch erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz!“
Zusätzlicher Vers: Hebräer 2,17 - „Darum musste er ihnen gleich werden, in allem Mensch, damit er ein barmherziger und treuer Hohepriester für Gott sein und die Sünden des Volkes sühnen konnte.“ Jesu Menschwerdung und Demut unterstreichen die Tiefe seiner Liebe, die in seinem Gehorsam bis zum Kreuz ihren Höhepunkt findet.
Das Alte Testament sagte konkrete Details über Jesu Leiden, Tod und Auferstehung voraus und bestätigte damit das Kreuz als Gottes bewussten Plan.
A. Psalm 22: Davids Prophezeiung (ca. 1000 v. Chr.)
Davids Worte beschreiben anschaulich die Kreuzigung des Messias, Jahrhunderte bevor diese Praxis überhaupt existierte.
Psalm 22,1 - "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
Psalm 22,6 - „Ich bin ein Wurm und kein Mensch, von allen verachtet, vom Volk verachtet.“
Psalm 22,7-8 - „Alle, die mich sehen, spotten über mich; sie schleudern mir Beschimpfungen entgegen und schütteln den Kopf. ‚Er vertraut auf den Herrn‘, sagen sie, ‚der Herr soll ihn erretten.‘“
Psalm 22,16 - „Sie durchbohren meine Hände und meine Füße.“
Psalm 22,18 - „Sie teilen meine Kleider unter sich und losen um mein Gewand.“
Zusätzlicher Vers: Psalm 34,20 - „Er behütet alle seine Gebeine, nicht eines von ihnen wird zerbrochen werden.“ (Erfüllt in Johannes 19,36). Diese Details stimmen genau mit Jesu Erfahrung überein und beweisen göttliche Inspiration.
B. Jesaja 53: Der leidende Knecht (ca. 750 v. Chr.)
Jesaja prophezeite die Opferrolle und den Triumph des Messias.
Jesaja 52,14 - „Sein Aussehen war so entstellt, mehr als das eines jeden Menschen.“
Jesaja 53,3 - „Er war verachtet und von den Menschen verworfen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut.“
Jesaja 53,4-5 - »Fürwahr, er nahm unsere Schmerzen auf sich und lud auf sich unsere Leiden... durch seine Wunden sind wir geheilt.«
Jesaja 53,7 - „Er wurde unterdrückt und gequält, aber er tat seinen Mund nicht auf.“
Jesaja 53,9 - „Man gab ihm ein Grab bei den Gottlosen und bei den Reichen in seinem Tod, obwohl er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Mund war.“
Jesaja 53,10 - „Es war der Wille des Herrn, ihn zu zermalmen und ihn leiden zu lassen, und... der Herr macht sein Leben zum Sündopfer.“
Jesaja 53,11 - »Nachdem er gelitten hat, wird er das Licht des Lebens sehen und zufrieden sein.«
Jesaja 53,12 - „Er gab sein Leben hin in den Tod und wurde den Verbrechern gleichgestellt. Denn er trug die Sünde vieler und legte Fürbitte ein für die Verbrecher.“
Zusätzlicher Vers: Jesaja 50,6 - „Ich bot meinen Rücken denen dar, die mich schlugen, meine Wangen denen, die mir den Bart ausrissen; ich verbarg mein Gesicht nicht vor Spott und Bespuckung.“ Diese Prophezeiungen stehen in direktem Zusammenhang mit Jesu Leiden und bestätigen das Kreuz als Erfüllung der Heiligen Schrift.
Lesen Sie Matthäus 26,31-28,10 und denken Sie dabei über drei Themen nach: Jesu Bereitschaft zu leiden, unsere Ähnlichkeit mit den Menschen um ihn herum und die Erfüllung der Prophezeiung.
A. Matthäus 26:31-35, 36-46, 47-56 - Jesu Entschlossenheit, trotz Verrat und Verlassenheit durch seine Jünger das Kreuz zu ertragen.
Zusätzlicher Vers: Johannes 10,18 - „Niemand nimmt mir mein Leben, sondern ich gebe es von selbst.“ Zum Nachdenken: Inwiefern gelingt es uns, wie den Jüngern, manchmal nicht, zu Jesus zu stehen?
B. Matthäus 26,57-68 - Jesus wird fälschlicherweise beschuldigt und körperlich misshandelt.
Jesaja 52,14 - Seine Gestalt wurde entstellt. Zum Nachdenken: Inwiefern fordert uns Jesu Schweigen angesichts von Ungerechtigkeit heraus, Gott in Prüfungen zu vertrauen?
C. Matthäus 26,69-75, 27,1-10 - Die Verleugnung durch Petrus und der Verrat durch Judas verdeutlichen die menschliche Schwäche.
Zusätzlicher Bibelvers: Lukas 22,31-32 - Jesus betet dafür, dass Petrus’ Glaube bestehen bleibt. Zum Nachdenken: Wie haben wir Jesus durch unser Handeln verleugnet oder verraten?
D. Matthäus 27,11-26 - Jesus wird von der Menge abgelehnt und zum Tode verurteilt.
Jesaja 53,3.7 - Verachtet, verworfen und stumm vor seinen Anklägern. Zum Nachdenken: Wie entscheiden wir uns manchmal für weltliche Anerkennung anstatt für Christus einzustehen?
E. Matthäus 27,27-31 - Jesus wird verspottet und geschlagen.
Psalm 22,6 - Verachtet und verhöhnt. Zum Nachdenken: Wie inspiriert uns Jesu Ausdauer, Verfolgung zu ertragen?
F. Matthäus 27,32-44 - Jesus wird gekreuzigt und erfüllt damit präzise Prophezeiungen.
Psalm 22,7-8.16.18 - Verspottet, durchbohrt und zerrissene Kleider. Zum Nachdenken: Wie stärken diese erfüllten Prophezeiungen unseren Glauben?
G. Matthäus 27,45-56 - Jesus schreit in seiner Verlassenheit auf und stirbt.
Psalm 22,1 - "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
Zusätzlicher Vers: 2. Korinther 5,21 - „Gott hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht.“ Zum Nachdenken: Wie beeinflusst Jesu Opfer unserer Sünde unsere Sicht auf Gottes Liebe?
H. Matthäus 27,57-61 - Jesus wird in einem reichen Grab beigesetzt.
Jesaja 53,9 - Ihm wurde ein Grab bei den Reichen zugewiesen. Zum Nachdenken: Wie bekräftigt dieses Detail Gottes Souveränität?
I. Matthäus 27,62-66 - Das Grab ist gesichert, doch Gottes Plan setzt sich durch.
Zusätzlicher Vers: Psalm 16,10 - „Du wirst mich nicht dem Totenreich überlassen.“ Zum Nachdenken: Wie ermutigt uns Gottes Macht über den Tod?
J. Matthäus 28,1-10 - Jesus steht auf, erfüllt die Prophezeiung und sichert uns Hoffnung.
Jesaja 53,11 - Er sieht nach dem Leiden das Licht des Lebens.
Zusätzlicher Vers: 1. Korinther 15,20 - „Christus ist von den Toten auferstanden als Erstling der Entschlafenen.“ Zum Nachdenken: Wie verändert die Auferstehung unser tägliches Leben?
Jesu Leiden am Kreuz ist sowohl ein Vorbild als auch die Sühne für unsere Sünden. A. Ein Beispiel, dem wir folgen sollten.
1 Petrus 2,21-24 - „Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen… Durch seine Wunden seid ihr geheilt worden.“
Jesaja 53,4-5, 9, 12 - Er trug unsere Sünden, ohne Betrug und Gewalt.
Zusätzlicher Vers: Hebräer 12,2 - „Lasst uns auf Jesus blicken … der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete.“ Jesu Vertrauen auf Gott im Leiden ruft uns auf, im Glauben auszuharren.
B. Ein Aufruf zur Gerechtigkeit
Jesu Opfer befähigt uns, der Sünde zu sterben und für die Gerechtigkeit zu leben.
Römer 6,11-13 - „Haltet euch für tot der Sünde, aber für lebend für Gott in Christus Jesus.“ Zum Nachdenken: Wie können wir diese Veränderung im Alltag leben?
Denke an die Sünden, die Jesus ans Kreuz brachten. Wie berührt dich seine Vergebung? Teile konkrete Beispiele und deine Gefühle.
Das Kreuz konfrontiert uns mit unserer Sündhaftigkeit und bietet uns gleichzeitig die Erlösung durch Jesu Opfer an.
A. Verdammnis für die Sünde
Jesu sündenloses Leben entlarvt unsere Schuld, denn er war Versuchungen ausgesetzt und blieb dennoch rein.
Römer 8,1-4 - „So gibt es nun keine Verdammnis mehr für die, die in Christus Jesus sind… die nicht nach dem Fleisch leben, sondern nach dem Geist.“
Jesaja 53,10 - Es war Gottes Wille, dass Jesus als Sühneopfer leide.
Zusätzlicher Vers: Hebräer 4,15 - „Wir haben einen, der in allem versucht worden ist wie wir, doch er hat nicht gesündigt.“
B. Erlösung durch Opfer
Durch Jesu Tod werden unsere Sünden gesühnt, wodurch er zu unserem Mittler vor Gott wird.
Jesaja 53,12 - Er trug die Sünden vieler und tritt für uns ein.
Zusätzlicher Vers: 1 Timotheus 2,5-6 - „Es gibt einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, den Menschen Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle Menschen gegeben hat.“
C. Die gute Nachricht annehmen
Um das Evangelium zu empfangen, müssen wir unsere Sünde anerkennen und Jesu Opfer annehmen.
Johannes 3,16 - „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Zum Nachdenken: Wie wirst du auf Jesu Opfer für dich reagieren?
Hausaufgabe
Lesen Sie diese Studie, wobei Sie sich auf die erfüllten Prophezeiungen und die persönliche Anwendung konzentrieren.
Lesen Sie weiter im Johannesevangelium oder beginnen Sie mit der Apostelgeschichte, um zu sehen, wie die frühe Kirche das Kreuz und die Auferstehung verkündete.
A. Reinigung durch Opfer
Das Blut Jesu reinigt uns von Schuld und Sünde und wird von Gott als die vollkommene Sühne angenommen.
Hebräer 9,11-15.22-28 - „Er ist durch sein eigenes Blut ein für alle Mal in das Allerheiligste eingegangen und hat so die ewige Erlösung erlangt.“
Zusätzlicher Vers: 1 Johannes 1,7 - „Das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“
B. Der Neue Bund
Jesu Opfer begründet einen neuen Bund und sichert die Vergebung.
Hebräer 8,12 - „Denn ich werde ihre Bosheit vergeben und ihrer Sünden nicht mehr gedenken.“
C. Die Symbolik des Stiftszeltes
Die Stiftshütte im Alten Testament war ein Vorbild für Jesu Opfer und unterstrich die Notwendigkeit der Sühne, um sich Gott zu nähern.
Hebräer 10,19-22 - „Durch das Blut Jesu haben wir Zuversicht, in das Allerheiligste einzutreten.“
Das Kreuz ist das Herzstück des Evangeliums und zieht alle Menschen zu Jesus (Johannes 12,32). Seine Kraft verändert Leben, indem sie Überzeugung und Dankbarkeit für Gottes Erlösung hervorruft. Verwässere die Botschaft nicht durch menschliche Weisheit oder Nebensächlichkeiten (1. Korinther 1,17-18). Teile diese Betrachtung mit Überzeugung und lass deine Gefühle die Bedeutung von Christi Opfer widerspiegeln.
Schlüsselpassagen und Reflexionen
Matthäus 26,39 - Jesus wählte den Kelch des Leidens, um uns seine Liebe zu zeigen.
Matthäus 27,46 - Jesus nahm wie Barabbas unseren Platz ein und trug unsere Schuld. Zum Nachdenken: Wir sind wie Barabbas, befreit durch sein Opfer.
1 Petrus 2,24 - „Er selbst hat unsere Sünden an seinem Leib auf dem Kreuz getragen, damit wir den Sünden absterben und der Gerechtigkeit leben.“ Zum Nachdenken: Inwiefern ruft uns das zur Veränderung auf?
Apostelgeschichte 2,36-37 - Das Kreuz durchdringt die Herzen und führt zur Buße und zum Gehorsam.
Zusätzlicher Vers: Galater 2,20 - „Ich bin mit Christus gekreuzigt worden, und nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“
Analogien zur Veranschaulichung des Kreuzes
Der Soldat: Ein Soldat wirft sich auf eine Granate, um seine Kameraden zu retten und opfert dabei sein Leben für ihres.
Der Zug: Ein Vater opfert seinen Sohn, um einen Zugzusammenstoß zu verhindern und so viele Leben zu retten. Gott opferte in seiner Liebe seinen Sohn, um uns vor den Folgen der Sünde zu bewahren.
Matthäusbericht (Kurzfassung, vgl. Markus 15,16-39)
26:36-46: Jesus betet in Todesangst und wählt Gottes Willen.
26:57-68: Geschlagen und verspottet, womit sich Jesaja 52:14 erfüllte.
26:69-75: Peters Verleugnung spiegelt unser Versagen wider (Lukas 9:23).
27:11-26: Ausgepeitscht und verurteilt, schweigend wie in Jesaja 53:7.
27:27-31: Mit Dornen verspottet, womit Psalm 22:6 erfüllt wurde.
27:32-44: Gekreuzigt, mit durchbohrten Händen und zerrissenen Kleidern (Psalm 22:16, 18).
27:46: Verlassen, tragend unsere Sünde (Jesaja 59:2, 2. Korinther 5:21).
Medizinischer Bericht über die Kreuzigung
Anmerkung: Der medizinische Bericht bleibt unverändert, wird hier aber zur Kontextualisierung erwähnt. Er kann herangezogen werden, um das physische Grauen des Kreuzes zu veranschaulichen, obwohl die frühen Christen den Sieg der Auferstehung betonten (Apg 2,24; 3,15).
Vereinfacht und geändert¹
Erhängen, Elektroschock, Kniescheibenzertrümmerung, Gaskammer: Diese Strafen werden gefürchtet. Sie alle werden auch heute noch vollzogen, und wir erschaudern beim Gedanken an den Schrecken und den Schmerz. Doch wie wir sehen werden, verblassen diese Qualen im Vergleich zum bitteren Schicksal Jesu Christi: der Kreuzigung.²
Nur noch wenige Menschen werden heute gekreuzigt (abgesehen von ISIS und anderen Terroristen). Für uns beschränkt sich das Kreuz auf Schmuck, Buntglasfenster, romantisierte Bilder und Statuen, die einen friedlichen Tod darstellen. Die Kreuzigung war eine von den Römern perfektionierte Hinrichtungsmethode. Sie war sorgfältig geplant, um einen langsamen Tod mit maximalen Schmerzen herbeizuführen. Es war ein öffentliches Spektakel, das andere potenzielle Verbrecher abschrecken sollte. Es war ein Tod, der Furcht einflößte.
Schweiß wie Blut
In Lukas 22,24 heißt es über Jesus: „Und er war voller Angst und betete noch inständiger, und sein Schweiß war wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen.“³ Sein Schweiß war ungewöhnlich stark, weil sein emotionaler Zustand ungewöhnlich intensiv war. Dehydrierung und Erschöpfung schwächten ihn zusätzlich.
Schlagen
In diesem Zustand erlitt Jesus die erste körperliche Misshandlung: Schläge und Ohrfeigen ins Gesicht und auf den Kopf, während ihm die Augen verbunden waren. Da er die Schläge nicht vorhersehen konnte, wurde Jesus schwer verletzt, möglicherweise auch an Mund und Augen. Die psychischen Folgen dieser Scheinprozesse dürfen nicht unterschätzt werden. Man bedenke, dass Jesus sie verletzt, dehydriert, erschöpft und möglicherweise unter Schock ertragen musste.
Auspeitschung
In den zwölf Stunden zuvor hatte Jesus ein schweres seelisches Trauma erlitten: die Zurückweisung durch seine engsten Freunde, eine grausame Prügelstrafe und eine schlaflose Nacht, in der er zwischen ungerechten Anhörungen kilometerweit laufen musste. Trotz der Fitness, die er sich während seiner Reisen durch Palästina zweifellos angeeignet hatte, war er auf die Strafe der Auspeitschung keineswegs vorbereitet. Die Folgen würden umso schlimmer sein. Ein Mann, der ausgepeitscht werden sollte, wurde seiner Kleider beraubt und seine Hände wurden über seinem Kopf an einen Pfahl gebunden. Dann wurde er mit der Peitsche über Schultern, Rücken, Gesäß, Oberschenkel und Beine geschlagen, während der Soldat hinter und seitlich neben dem Opfer stand. Die verwendete Peitsche - das Flagellum - war darauf ausgelegt, diese Strafe verheerend zu gestalten und das Opfer dem Tode nahe zu bringen: mehrere kurze, schwere Lederriemen, an deren Enden jeweils zwei kleine Kugeln aus Blei oder Eisen befestigt waren. Manchmal wurden auch Stücke von Schafsknochen hinzugefügt.
Während die Auspeitschung fortschreitet, verursachen die schweren Lederriemen zunächst oberflächliche Schnitte, dann tiefere Verletzungen des darunterliegenden Gewebes. Die Blutung wird heftiger, wenn nicht nur Kapillaren und Venen, sondern auch Arterien in der Muskulatur verletzt werden. Die kleinen Metallkugeln erzeugen zunächst große, tiefe Blutergüsse, die durch weitere Schläge aufreißen. Die Schafsknochensplitter zerreißen das Fleisch, während die Peitsche ausgeholt wird. Nach dem Ende der Schläge ist die Haut des Rückens in Fetzen gerissen, und die gesamte Stelle ist zerfetzt und blutet.
Die von den Evangelisten gewählten Worte lassen darauf schließen, dass die Geißelung Jesu besonders schwerwiegend war: Er war mit Sicherheit am Rande des Zusammenbruchs, als er vom Geißelpfahl heruntergenommen wurde.
Der Spott
Jesus wurde keine Zeit zur Erholung gelassen, bevor er seine nächste Prüfung bestehen musste. Er wurde gezwungen aufzustehen, von höhnenden Soldaten in ein Gewand gehüllt, mit einem verdrehten Dornenkranz gekrönt und, um die Verhöhnung zu vollenden, mit einem Holzstab als Königszepter versehen. „Dann bespuckten sie Jesus und schlugen ihm mit dem Holzstab auf den Kopf.“ Die langen Dornen drangen tief in die empfindliche Kopfhaut ein und verursachten starke Blutungen. Noch schrecklicher aber war das Wiederaufreißen der Wunden an Jesu Rücken, als ihm das Gewand erneut vom Leib gerissen wurde.
Körperlich und seelisch weiter geschwächt, wurde Jesus abgeführt, um hingerichtet zu werden.
Die Kreuzigung
Das von den Römern verwendete Holzkreuz war zu schwer, als dass es von einem Mann getragen werden konnte. Stattdessen musste der zu Kreuzigende den abgetrennten Querbalken auf seinen Schultern tragen und ihn außerhalb der Stadtmauern zum Hinrichtungsort bringen. (Der schwere, aufrechte Teil des Kreuzes blieb dort dauerhaft stehen.) Jesus war nicht in der Lage, seine Last - einen Balken von etwa 35 bis 55 kg - zu tragen. Er brach unter der Last zusammen, und einem Umstehenden wurde befohlen, sie für ihn zu tragen.
Jesus lehnte den ihm vor dem Einschlagen der Nägel angebotenen Wein und die Myrrhe ab. (Sie hätten den Schmerz gelindert.) Mit ausgestreckten Armen auf dem Querbalken lag er auf dem Rücken, und Nägel wurden durch seine Handgelenke ins Holz getrieben. Diese etwa 15 cm langen und 1 cm dicken Eisennägel durchtrennten den großen Medianusnerv und verursachten so unerträgliche Schmerzen in beiden Armen. Sorgfältig zwischen Knochen und Bändern platziert, konnten sie das volle Gewicht des Gekreuzigten tragen.
Zur Vorbereitung der Fußnagelung wurde Jesus aufgerichtet und der Querbalken am Pfosten befestigt. Dann wurden, mit angewinkelten Beinen, zwei Nägel durch seine Knöchel geschlagen, sodass seine Beine auf dem Fuß des Kreuzes standen. Erneut kam es zu schweren Nervenverletzungen und starken Schmerzen. Wichtig ist jedoch, dass weder die Wunden an Handgelenken noch an Füßen nennenswerte Blutungen verursachten, da keine Hauptarterien verletzt wurden. Der Henker achtete sorgfältig darauf, um den Tod zu verlangsamen und das Leiden zu verlängern.
Nun, da er ans Kreuz genagelt war, begann der wahre Schrecken der Kreuzigung. Nachdem die Handgelenke an den Querbalken genagelt worden waren, blieben die Ellbogen absichtlich angewinkelt, sodass der Gekreuzigte mit über dem Kopf hängenden Armen hing und das Gewicht auf den Nägeln in den Handgelenken lastete. Dies war offensichtlich unerträglich schmerzhaft, hatte aber noch eine weitere Folge: In dieser Position war es schwer auszuatmen. Um überhaupt atmen zu können, musste man sich auf die genagelten Füße abstützen. Sobald die Schmerzen an den Füßen unerträglich wurden, sackte das Opfer wieder zusammen und hing nur noch an den Armen. Ein furchtbarer Kreislauf des Leidens begann: an den Armen hängen, keine Luft bekommen, sich auf die Füße abstützen, um schnell Luft zu holen, bevor man wieder zusammensackte - und so weiter.
Diese qualvolle Tätigkeit wurde immer schwieriger, da Jesu Rücken an dem Pfosten entlangschrammte,<sup>4</sup> da Muskelkrämpfe aufgrund der unzureichenden Atmung einsetzten und die Erschöpfung immer stärker wurde. Jesus litt so mehrere Stunden lang, bevor er mit einem letzten Schrei starb.
Todesursache
Viele Faktoren trugen zu Jesu Tod bei. Schock und Ersticken führten bei den meisten Kreuzigungsopfern zum Tod, doch im Fall Jesu könnte akutes Herzversagen die letzte Todesursache gewesen sein. Dies legt sein plötzlicher Tod nach einem lauten Schrei nur wenige Stunden später nahe: ein schneller Tod, so scheint es (Pilatus war überrascht, Jesus bereits tot vorzufinden). Eine tödliche Herzrhythmusstörung oder möglicherweise ein Herzriss kommen als mögliche Ursachen in Frage.
Die Speerwunde
Jesus war bereits tot, als die Henker den neben ihm gekreuzigten Verbrechern die Beine brachen (um ihren Tod zu beschleunigen). Stattdessen lesen wir, dass ein Soldat Jesus mit einem Speer in die Seite stieß. Wo genau? Die von Johannes gewählte Formulierung deutet auf die Rippen hin, und wenn der Soldat Jesu Tod sicher besiegeln wollte, war eine Wunde ins Herz die naheliegendste Wahl.
Aus der Wunde floss eine Mischung aus Blut und Wasser. Dies entspricht dem Speerstich ins Herz (insbesondere von der rechten Seite, der traditionellen Wundstelle). Durch das Platzen des Perikards (des Herzbeutels) trat zunächst wässriges Serum aus, gefolgt von Blut, als das Herz durchbohrt wurde.
Abschluss
Die detaillierten Berichte in den Evangelien in Verbindung mit den historischen Belegen zur Kreuzigung führen zu einer eindeutigen Schlussfolgerung: Die moderne Medizin stützt die Aussage der Heiligen Schrift, dass Jesus am Kreuz gestorben ist.
Anmerkungen
1 Dies ist ein vereinfachter medizinischer Bericht über die Kreuzigung Jesu (eine Bearbeitung der bekannten Version von Truman Davis). Es wurden bereits andere medizinische Berichte verfasst - alle nützlich, aber meist recht technisch. Dieser Bericht soll für den durchschnittlichen Leser verständlich sein. Ich erstellte diese Bearbeitung im Dezember 1989 mit Unterstützung von Alex Mnatzaganian.
2 Sehr empfehlenswert: Martin Hengel, Das Kreuz des Sohnes Gottes (London: SCM Press, Ltd: 1981).
3 Die ursprüngliche Fassung unseres medizinischen Berichts über die Kreuzigung enthielt folgende Sätze: „Hämatidrose - blutiger Schweiß - ist selten, aber gut dokumentiert. Unter starkem emotionalem Stress können Kapillaren in den Schweißdrüsen platzen, wodurch sich Blut mit dem Schweiß vermischt. Lukas’ Bericht stimmt mit dem heutigen medizinischen Kenntnisstand überein: Jesus litt unter so intensiven seelischen Qualen, dass sein Körper sie nicht ertragen konnte.“ Lukas sagt jedoch lediglich, dass Jesu Schweiß beim Fallen zu Boden wie Blut aussah, nicht aber, dass er mit Blut vermischt war. Als Jünger müssen wir darauf achten, die Ereignisse nicht zu übertreiben. Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass die frühen Christen die Grausamkeiten des Kreuzes predigten, um diejenigen, die sie bekehren wollten, zu erschrecken oder zu beschämen.
4 An manchen Orten gab es viele Bäume, andernorts mussten Pfähle in den Boden gerammt werden. Es ist durchaus möglich, dass es an dem Ort, an dem Jesus gekreuzigt wurde, viele Bäume gab; in diesem Fall wurde das Patibulum, das er und Simon von Kyrene trugen, einfach an einem Baum befestigt. Ob Jesus nun buchstäblich an einem Baum starb oder im übertragenen Sinne (am Holz eines Baumes), ist für die Kreuzigung selbstverständlich unerheblich.
Persönliche Antwort
1 Petrus 2,21-25, Galater 2,20, 2 Korinther 5,14-15 - Christi Liebe drängt uns, für ihn zu leben. Erzähle, wie das Kreuz dein Leben verändert hat.
Apostelgeschichte 2,22-38, Römer 5,6 - Das Kreuz offenbart unsere Sündhaftigkeit, bietet aber auch die Erlösung an. Wie wirst du auf dieses Opfer reagieren?
Das Kreuz konfrontiert uns mit unserer Sünde und Gottes Liebe. Es fordert eine Antwort: Buße, Glaube und ein Leben in Gerechtigkeit. Denken Sie über Römer 5,8 nach: „Gott aber beweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.“ Wie werden Sie angesichts des Kreuzes leben?